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HAUS CLAYTON sick visit - Druckversion +- (https://buffymagazin.de/CamdenVillage) +-- Forum: INPLAY (https://buffymagazin.de/CamdenVillage/forumdisplay.php?fid=10) +--- Forum: THE VILLAGE (https://buffymagazin.de/CamdenVillage/forumdisplay.php?fid=11) +---- Forum: RICHARD-CAMDEN-STREET (https://buffymagazin.de/CamdenVillage/forumdisplay.php?fid=43) +---- Thema: HAUS CLAYTON sick visit (/showthread.php?tid=2915) |
RE: sick visit - John Clayton - 30.11.2025 John seufzte resigniert, als Moreau ungehindert von Johns Drohungen und bösen Blicken weiter... ja was genau tat Moreau eigentlich? Neckte er ihn? Zog er ihn auf? Oder wagte er es mit einem Mann, gar einem Sheriff, zu fli.... flier... John wollte das Wort nicht einmal in Gedanken über die Zunge rollen und es schüttelte ihn innerlich. Entsprechend warnend fiel sein Blick auch auf Moreau: "Dummerweise glaube ich Ihnen das sogar," knurrte John dabei und erwiderte das Grinsen vor seinem Gesicht mit einem ziemlich giftigen Blick. "Nur beim nächsten Mal gibt es keinen Service mehr. Wenn Sie in der Zelle singen, gibt es nur noch Brot und Wasser, wenn sie mich auf den Arm nehmen, kürze ich Ihnen auch noch das Brot." Wahrscheinlich war John beim ersten Mal einfach zu nett zu Moreau gewesen. Jetzt dachte Moreau am Ende noch, jede Haft würde so entspannt ablaufen! "Und wenn Sie mich weiterhin für dumm verkaufen, verhafte ich Sie heute noch," John hätte gerne strenger geklungen, aber der Whiskey machte seine Zunge schwer. Im schlimmsten Fall würde Calvin noch darauf bestehen umgehend von ihm verhaftet zu werden! Es wurmte John dabei, dass er genau zu wissen schien, was Moreau gerade immer mutiger von sich preisgab. Er hielt John entweder für liberal oder gottlos oder sogar ihm so zugetan, dass ihm nichts geschehen würde. Nur wusste John nicht, mit was er Moreau dieses Gefühl vermittelt hatte, noch wie er es wieder abstellte. Umso erleichterter war John auch über die Idee mit dem Saloon. Dort würden sie unter Menschen sein und Moreau würde sich wieder kontrollieren müssen. Und der Weg dorthin war ausgefüllt von Gesprächen die nicht ganz so einen gefährlichen Unterton hatten, für den John Moreau eigentlich hätte einbuchten müssen. "Wir trinken darauf, dass wir uns einigermaßen verstehen," korrigierte John sofort Moreaus Idee, sie könnten eine Freundschaft haben! John hatte keine Freunde! Er wollte auch keine Freunde. Die Panik vor "auf Freundschaft trinken", rührte daher von ganz anderen Dingen. Inzwischen waren sie ein gutes Stück vorangekommmen und der Whiskey entfaltete seine ganze Blüte. John hielt sich gelegentlich an einem Baum, stolperte über die eine oder andere Wurzel und musste sich eingestehen, dass er zu viel zu schnell Whiskey getrunken hatte. Er mochte es gar nicht, wenn er in Gegenwart anderer die Kontrolle verlor. Das machte ihn angreifbar und er konnte so schlecht einschätzen, was er tat und sagte. Vielleicht würde er sich Morgen schon gar nicht mehr daran erinnern? Was noch schlimmer war! Unter keinen Umständen jedoch hätte er es im Normalfall zugelassen, dass sich Moreau bei ihm unterhakte. Sie waren jedoch beide stark betrunken, konnten kaum aufrecht stehen oder ohne Hilfe gerade aus gehen und die gegenseitige Stütze kam daher gerade recht. Moreau lachte auf einmal, aber John verstand nicht so genau warum. Dafür verstand er die Flasche vor seiner Nase umso besser. "Großzügig," sagte er mit schwerer Zunge und griff danach um den letzten Zug zu nehmen. "Jetzt wird's aber Zeit für den Saloon!". bestimmte er mit überraschend fester Stimme und wimmelte Moreau an seiner Seite ab, damit sie etwas mehr Abstand bekamen. "Ich kann gehen," lallte er durchaus aber sehr heiter gestimmt. Dann sah er sich etwas besorgter um. "Sie haben mich aber nicht absichtlich in nen dunklen Garten geführt, oder?" RE: sick visit - Calvin Moreau - 29.12.2025 Clayton war ein beeindruckender Mann. Er war der Sheriff der Stadt und wirkte allein dadurch schon äusserst seriös und autoritär. Er hatte sich gegenüber Calvin aber auch als äusserst fair und besonnen gezeigt. Clayton war kein Unmensch und niemand, der seine Macht ausnutzte, um andere zu schwächen, leiden zu lassen oder gar für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen. Calvin hatte kein korruptes Angebot erhalten. Keine Drohung, die ihn hätte schlucken und schwitzen lassen. Clayton war sogar soweit gegangen, ihn am familiären Abendessen teilhaben zu lassen. Die dreiteilige Abendgesellschaft war sogar sehr erinnerungswürdig geblieben, schliesslich war er in einer Gefängniszelle noch nicht oft Zeuge einer Schiesserei unter Eheleuten geworden. Nicht, dass sich das eines Tages wiederholen müsste, aber im Nachhinein war es ein tolles Spektakel gewesen! Ausserdem stach Clayton mit seinem gepflegten Äusseren, dem silbernen Haar und seinem reifen Gesicht, welches von Lebenserfahrung sprach, eindeutig hervor. Er war attraktiv und Calvin mochte attraktive Leute. Er mochte auch nicht so attraktive Leute. Aber Clayton gehörte eben in eine ganz eigene Kategorie, die sich 'Attraktive Sheriffs' nannte. Diese Liste führte der Camdener an. Durch Worte, Gesten und Sympathie hatte es der Ordnungsmann der Stadt geschafft, in Calvin den Eindruck entstehen zu lassen, dass er sich mehr erlauben konnte als andere, weil sie nun Freunde waren. Calvin war fest davon überzeugt, dass die Sympathie auf Gegenseitigkeit beruhte. John Clayton war zwar noch ein wenig verstockt, aber er würde noch auftauen, je länger er von seiner Frau getrennt war. So erging es doch allen Männern! Waren sie lange genug von ihren Eheweibern getrennt, kam ihre wahre Natur hervorgekrochen! Dann wurde es roh und rüpelhaft, laut und spassig. So waren Männer eben! Sie wollten trinken, sie wollten sich das Geld aus den Taschen ziehen lassen, sie wollten sich prügeln und versöhnen, sich austauschen und um die Wette furzen! Sie wollten über die unmöglichsten Dinge lachen und sie wollten Frauen begehren, die nicht ihre eigenen waren. Das musste nicht grundsätzlich mit dem Tastsinn passieren, aber wenigstens visuell! Warum verstanden das die verheirateten Frauen nicht? Sie standen immer am Herd, immer bereit, alles zu tun. Das wurde auf Dauer eintönig und langweilig. Der Himmel, Gott oder das Schicksal hatte Calvin aus einem ganz bestimmten Grund zu Clayton geschickt. Ganz bestimmt. Er war hier, um den Älteren vor Langeweile zu retten. Und dafür fuhr er eben alle Geschütze auf. Waffen, die Calvin gezielt einsetzen konnte, weil er sie beherrschte. Darunter befanden sich nicht nur dumme Ideen, sondern eben auch seine Leidenschaft fürs Begehren und begehrt werden. Er flirtete. Mit John Clayton. Ein Unding. Eine Unmöglichkeit. Unverfroren, tabuisiert, vielleicht gar respektlos. Doch bisher erreichten Calvin nur mahnende Blicke und Worte. Keine Distanz. Keine Wut. Keine Handlungen, die dafür sorgten, dass er es doch noch mit der Angst zu tun bekam. John Clayton verhielt sich einfach wie er war: Fair. "Sie würden nie einen Ihrer Bürger in der Zelle hungern lassen." Calvin grinste, schwang die Whiskey-Flasche herum und hielt mit dem Sheriff Schritt, wenn auch allmählich genauso wankend wie der Ältere. "Das würden Sie sich selbst nicht verzeihen. Ich kenn' Sie doch!" Er lachte und setzte den Flaschenhals an. Doch bevor er einen Schluck trinken konnte, hielt er inne, starrte Clayton an und begann lauthals zu lachen. Die Drohung, ihn heute noch zu verhaften, war amüsant und aufregend zugleich. Wenn der Grauhaarige nur wüsste, wie sehr... Calvin gewann mit jedem Schluck Alkohol mehr Übermut, was ihn dazu veranlasste, mit Clayton auf Tuchfühlung zu gehen. Hatte der Whiskey bis eben nur harmlose Auswirkungen gehabt, schoss der Pegel nun bei beiden Männern schneller und unaufhörlich in die Höhe. Huch. Haha! "Trinken Sie! Trinken Sie! Es hat, so lange es hat! Hicks." Calvin taumelte seitlich, als Clayton ihn ein wenig von sich stiess, um Abstand zu gewinnen. Calvins Füsse traten weiter und weiter zur Seite, was ihn zum Lachen brachte. Er stiess mit der Schulter gegen einen kleinen Geräteschuppen an, der ihn davor bewahrte, eine 360°-Kurve zu laufen und anschliessend lachend vor Claytons Füssen zu landen. Calvin bekam sein Kichern nicht mehr unter Kontrolle und als Clayton fragte, ob er ihn bewusst in einen dunklen Garten geführt hatte, heulte er vor Lachen regelrecht auf. Die Frage löste in ihm aber noch etwas anderes aus. Einen heissen Schauer, der über seine Wirbelsäule bis zu seinen Eiern glitt und in seinem Schwanz zog. Dunkler Garten. Er und Clayton. Uh! "Ich hab... haha!" Lachend hob er seinen Kopf und sah zum Sheriff, der sich fast zwei Meter von ihm entfernt befand. Zwischen ihnen lagen Welten. Calvin streckte den Arm aus, was sein restlicher Verstand als völlig nutzlos erachtete, war der Mann vor ihm mit seiner Armlänge nicht erreichbar. Aber trotz der riesigen Entfernung, die die beiden Männer trennte, war Clayton in Sekunden zu erreichen. Calvin stiess sich vom Holz ab und wankte auf Clayton zu. Er lachte, dann grinste er und als er ihn erreicht hatte, schlang er seine Arme um dessen Nacken. "Hey Clayton, Sheriff, Sir... so, uhm, dunk'l isses doch gar nich'. Ihre Augen leucht'n wie Sterne. Hell un' ..." Calvin klammerte sich an ihm fest und sah ihm dabei ins Gesicht. Unter ihm war der Boden sehr wackelig geworden, fast wie auf einem Boot, wenn man darin herumlief. "Wusst'n Sie, dass... - Warum guck'n Sie so komisch?" Calvin fiel wieder ins Gelächter und liess nicht locker. Seine Arme hatten sich wie ein Schraubstock um Clayton gewunden. Vielleicht gefiel das dem Mann ja, der so seriös jeden Tag verbringen musste! Calvin jedenfalls war betrunken. Und spitz. In seiner Hose regte es sich längst, das bewies auch seine Anhänglichkeit. Was musste Clayton auch wie ein Sahneschnittchen aussehen?! RE: sick visit - John Clayton - 23.01.2026 Langsam beschlich John das Gefühl, dass ganz gleich was er Moreau sagen würde, es nicht so ankam, wie er es wirklich meinte. Nicht einmal seine Drohungen nahm der Cowboy ernst. John blieb nur ein resigniertes Seufzen und ein anklagender Blick. "Sie haben keine Vorstellung davon, zu was ich im Stande bin," und das entsprach trotz seines alkoholisierten Zustandes der Wahrheit und war keine übertriebene Prahlerei. John hatte keine Probleme damit einem überführten Mörder oder Frauenschänder so lange mit den Fäusten zu bearbeiten, bis er ein Geständnis erhielt. Er hatte keine Probleme damit widerspenstigen Insassen den Riemen spüren zu lassen und noch weniger zuckte er mit der Wimper einen verurteilten Mörder zu hängen. Er sperrte Diebe, Betrunkene und Mörder genauso weg, wie seine eigene Frau, die eigene Tochter oder einen kleinen Jungen, wenn sie gegen das Gesetz verstießen. Und ja, er hätte auch kein Problem damit einen aufmüpfigen Gefangenen hungern zu lassen. "Sie können es aber gerne herausfinden," hörte er sich bissig sagen und bereute den Satz umgehend. Er befürchtete, dass jemand wie Moreau seinen Spaß an genau so etwas haben könnte. Nun gut, in einem hatte Moreau recht - verhungern würde er tatsächlich keinen Bürger von Camden Village lassen. Aber einen gesuchten, geisteskranken Mörder - den hatte er verbluten lassen, um ihn dann mit der Hilfe ein paar Männer aus dem Ort zu verscharren. Warum auch immer seine Autorität bei Moreau nicht wirkte - John vertraute dennoch auf sie. Leider fing Moreau gerade an zu lachen - ein weiteres Zeichen dafür, dass der Cowboy John nicht ernst genug nahm - und machte John darauf aufmerksam, wie ernst er diesen fehlenden Abstand nehmen sollte. Vielleicht lag es schlicht am Alkohol. Er enthemmte nun einmal. Es war naheliegend, warum John vermied in Gesellschaft zu viel zu trinken. Moreau hatte damit keinerlei Probleme. Er trank, als hätten sie Wasser in der Flasche, lachte, verlor jeglichen Respekt und jeglichen Abstand. Noch war John nicht zu betrunken, um darüber einfach hinwegzusehen, um sich in seinem stolpernden und schwankenden Gang unbekümmert bei Moreau unterzuhaken, wie er es damals bei Veddler getan hatte. Aber der alte Veddler hatte auch nicht versucht mit Absicht zu fli... fil... wieder weigerte sich in John alles, das Wort auch nur zu ende zu denken. Auf jeden Fall war Veddler einem Freund näher gekommen, weil er distanziert geblieben war. Sie hatten über Frauen geredet - mit Respekt - und über ihre Probleme mit ihnen. Sie hatten gemeinsam gelacht und sich gemeinsam volllaufen lassen und am Ende war John in der Pferdetränke gelandet. Daheim hatte es ein Donnerwetter gegeben, aber der Abend an sich war John angenehm in Erinnerung geblieben. Er wusste nicht so genau zu sagen, ob sich der heutige Abend angenehm entwickeln würde. Er war ja mehr oder weniger hineingestolpert. Von Moreau mit Whiskey geködert... aber an sich, wenn er sich darauf einließ... vielleicht wurde noch etwas daraus. Moreau war ja nicht unsympathisch. Nur frech. Fast witzig in manchen Dingen, aber auch eine gnadenlose Nervensäge in anderen Dingen... Weiter konnte John seinen Gedanken jedoch nicht folgen, denn Moreau forderte ihn wieder zum Trinken auf und fing dann selbst das Torkeln an. Er krachte gegen einen Schuppen, lachte dabei überdreht unter dem Einfluss des Alkohols und nötige damit auch John ein Lachen ab, der dafür kurz stehen blieb, weil ihm die Puste dafür und das Stehvermögen fehlte. Der Ernst kehrte jedoch unweigerlich zurück, als John sich darüber bewusst wurde, dass dieses "Herumtorkeln" beabsichtigt sein könnte und sein erster Verdacht gegen Moreau nun Bestätigung fand... Johns Blick blieb misstrauisch, auch wenn Moreau nach der Frage über diesen dunklen Garten erst recht zu lachen anfing. Das löste ein ungutes Gefühl in John aus. Womöglich hatte er die einfache, aber gute Seele in Moreau falsch eingeschätzt? Lauerte in ihm etwas dunkles, böses? War das alles nur eine Masche, um sich auf John zu stürzen, um... Er mochte auch daran nicht denken. Sein Gehirn verweigerte ihm jeden weiteren Gedanken und ging dazu über sich auszumalen, wie er sich gegen einen weitaus jüngeren und kräftigeren Mann zu wehr setzen könnte. Im Notfall. Sein Körper ging in einen angespannten Zustand über, als sich Calvin von der Wand abstieß und auf ihn zuwankte. Nun, so betrunken wie er war, stellte er womöglich doch keine Gefahr für John da. Doch der Sheriff war selbst nicht mehr so ganz trittsicher unterwegs. Und nur diesem Umstand alleine schrieb es John zu - jetzt gerade und in den kommenden Tagen - dass er sich nicht dagegen wehrte, dass ihm Moreau kameradschaftlich einen Arm um legte und damit die Distanz ignorierte, die John wahren wollte. In seinen eigenen benebelten Verstand, drang klar und deutlich die Warnung hindurch auf der Hut zu sein, die seine innere Stimme John zuraunte. Doch derselbe benebelte Verstand machte es John unmöglich sich gegen Moreaus Nähe zu wehren. Zum einen war sie ganz praktisch, weil sich John festhalten konnte und zum anderen garantierte Moreau ihm so ein durchaus passablen Auftritt im Saloon. Er konnte kaum durch die Tür ins Innere stolpern und kichernd die Theke anvisieren. Zum Glück für Moreau war das Licht fahler geworden und verbarg die verräterische Beule im Schritt und John - überwiegend arglos - sah in Calvins Worten nur das freche Geplapper eines betrunkenen Mannes, der den Bogen arg weit überspannte. Andernfalls hätte er ihn tatsächlich auf der Stelle verhaftet - irgendwie... oder eben Morgen, ausgenüchtert. Doch für den Moment war John vom Whiskey seines Denkens beraubt und er konnte Moreau nur erneut böse und giftig anblicken, als jener mit unmöglichen Worten dort weitermachte, wo John ihn bereits aufzuhalten versucht hatte. "Weil ich dir gleich eine lange, Junge, wenn du nich' ein bisschen aufpasst was du sagst," nuschelte John. "Und dann leuchtet eines deiner Augen ganz schön blau," er wollte streng klingen, aber der kleine Wortwitz erheiterte seine vom Whiskey ertränkte Vernunft und er musste selbst kichern. Das war wenig zielorientiert! RE: sick visit - Calvin Moreau - 19.02.2026 "Ah, Clayton!" Calvin stöhnte theatralisch auf und begann die Position zu wechseln. Anstatt seitlich von Clayton zu bleiben, stellte er sich vor ihn hin wie ein verliebtes Eheweib, welches gerade (zum Glück) nicht anwesend war. Der andere Arm landete ebenfalls über die Schulter des Sheriffs. "Ich hab schon blaue Augen…" Sein Murmeln ging in ein weiteres Kichern über. Dann, nach einer Weile, oder vielleicht auch nur eine Sekunde später, sah er Clayton ins Gesicht. Sie wankten beide. Vielleicht bebte auch die Erde. Jedenfalls starrte Calvin ihn ernst an, bevor er den Kopf schief legte und breit grinste. Seine Nasenspitze war nur wenige Zentimeter von Claytons entfernt. "Und? Haben Sie's gesehen? Meine Augen sin' blau! Fas' so wie Ihre… - Ich glaub' ich hab su schnell getrunk'n, Clayton." Wie gerne er den Namen des Älteren aussprach. Und sich an ihn hängte! Aber wer konnte schon etwas dagegen sagen? Clayton war gut gebaut. Stabil und stark, ein bisschen gealtert, aber durchaus stehfest. Jedenfalls in seinen Schuhen. Ob das auch für andere Körperregionen galt, wusste er natürlich nicht. Das müsste er wohl Emily fragen, aber er glaubte nicht, dass sie ihm das beantworten würde. Ihn sollte so etwas auch gar nicht interessieren, tat es aber. Calvin merkte wie immer nicht, dass man ihn einzuschätzen versuchte. Er ging einfach davon aus, dass der Sheriff ihn während seiner kurzweiligen Gefangenschaft genug gut kennengelernt hatte, um zu wissen, dass er ein harmloser Mensch war, der von vielen seiner eigenen Dämonen gejagt wurde. Aber, und das war auch dem Sheriff ganz sicher nicht entgangen, Calvin übertrat Grenzen. Viele Grenzen. Manchmal unbewusst, manchmal bewusst und provozierend. Doch diese Situation jetzt war eine Mischung aus beiden Elementen. Calvin wollte nicht riskieren, dass Clayton ihn aufgrund der Grenzüberschreitung nicht mehr mochte (die Verhaftung würde er dagegen lachend hinnehmen), aber es fiel ihm durch den Alkohol und seinem Wesen schwer, die Finger von Clayton zu lassen. Er bedrängte ihn nicht mit Gewalt, dafür aber mit Nähe und Anhänglichkeit. Manche Männer wurden unter Alkoholeinfluss grantig, müde oder zogen sich einfach zurück. Andere kicherten unkontrolliert. Calvin dagegen verband diesen Rauschzustand immer mit körperlicher Nähe, also suchte er sie stets auf. Und wenn dann noch ein Mann wie Clayton, den er ohnehin für äusserst begehrenswert hielt, vor ihm stand, war die Grenzüberschreitung eben relativ klein. "Sag'n Sie, könn' Sie tanzen? Könn' Sie, oder? Is' ja nur Ihr Ohr kaputt, nich' Ihr Bein!" Als hätte er den grössten Witz gerissen, begann er zu lachen, wankte gefährlich zur Seite, wobei er tatsächlich wieder etwas Abstand zwischen sich und Clayton brachte, sich aber dennoch mit den Händen an dessen Schultern festhielt. Dann wurde er ernst. Sehr, sehr ernst. Er holte tief Luft. "Clayton, ich muss Ihn' was sagen. Was persönliches." Seine Augen suchten die seines Gegenübers, während es in seinem Verstand nur noch rauschte und klingelte und sich alles lustig und leicht anfühlte. Clayton sah irgendwie… lustig aus. Verärgert. Verblüfft. So genau konnte Calvin das gar nicht mehr sagen, denn manchmal grinste und kicherte der Sheriff auch. "Also, ich sag' Ihn' jetzt die Wahrheit, Sheriff." Wieder sah er ihn an, versuchte ruhig zu stehen. "Ich bin… der Meinung, dass Sie der allerbeste Sheriff sin', den Camden haben kann, Sir, Clayton, Sir… un' ich mag' Sie wirklich. Wirklich!" Ein erneutes Lachen drang aus seiner Kehle. "Komm' Sie, Sheriff, wir geh'n in 'n Saloon." Calvin liess von Clayton ab. Lachend drehte er sich um, ging einen Schritt, fiel über seine eigenen Stiefel und stürzte in Zeitlupe erst auf seine Knie und dann ganz nach vorn ins Gras. "Oh." Überraschung paarte sich mit Fröhlichkeit bis seinem Körper auffiel, dass er mit einem Ständer herumlief. "Ouh.", folgte es wesentlich schmerzhafter danach. Ah, Mist! Er war ja völlig rattenscharf auf Clayton und hatte ganz vergessen, dass sich das körperlich zeigte. Also rollte er zur Seite und richtete seinen Blick in der Dunkelheit nach oben. "Alles gut! Alles gut!", beschwichtigte er. "Kopf is' noch dran. Alles andere auch." RE: sick visit - John Clayton - 04.03.2026 John hätte es ahnen müssen. Nein wissen müssen! Jede unbedachte Bemerkung reizte Moreau zu einem äußerst frivolen Spruch. Und der gute Mensch in John, der gottesfürchtige Mann in ihm, der Mann, der an gewisse Regeln des Miteinander glaubte, hoffte inständig, dass es nur eine ziemlich dreiste Art war, um einen Mann wie ihn aus der Reserve zu locken. Alles andere hätte Johns Weltbild ruiniert und auch die Sicht auf Moreau - der zwar tatsächlich eine unvergleichliche Nervensäge war, aber auf eine gewisse Art auch charmant witzig. Trotzdem verengten sich seine Augen für einen Moment, doch bevor er gereizt reagieren konnte, korrigierte Moreau seine Aussage und ließ sie gleich wieder harmloser wirken. Das besänftigte John. Ihm war es ohnehin angenehmer, wenn sie über den Saloon und das Trinken sprachen. Das war neutral und nicht so gefährlich? "Freundschaft," echote John und fühlte sich ein wenig von Moreau überfahren. "Ein großes Wort," murmelte er, nicht sicher, ob er darauf wirklich trinken wollte. "Ich verhafte auch Freunde," ließ er Moreau gleich darauf wissen - fast wie ein Abwehrmechanismus. Auf seine Worte danach, hatte Moreau nichts zu sagen. Was John gleich wieder beunruhigte. Allerdings, wenn er ehrlich zu sich selbst war, würde ein solcher Saloon-Besuch weder im Geheimen vonstatten gehen können, noch würde er stocknüchtern zuhause erscheinen. Vorsichtsmaßnahmen waren daher wohl wirklich mehr zu belächeln. Offensichtlich verlor John ein wenig die Kontrolle über sich, auf jeden Fall aber kam er langsamer voran als Moreau, der nun auf ihn wartete und sich zu Johns vollkommener Überraschung bei ihm einhakte. Normalerweise hätte John ihn sicherlich abgewimmelt - aber er gab ihm damit Halt. Denn ein bisschen drehte sich schon die Straße vor ihm... Die Blumen oder den Garten nahm John dabei gar nicht wahr. "Iss schon schwer," lallte er gut gelaunt und langsam bereit für den Saloon. "Suu laufen. Aber trinken's aus," murmelte er und schob die Flasche weg. "Ich will jetzt Bier und Whiskey im Saloon. Und vielleicht ein paar ernstere Antworten auf meine Fragen," es gab schließlich vieles über Moreau, das niemand wusste und vieles von dem er im Gefängnis nicht unbedingt die Wahrheit gesprochen hatte. Mit einer vom Alkohol gelösten Zunge ließ sich sicher leichter reden. Dass ihm dasselbe bevorstand, ließ John dabei außer acht... "Sind wir dann bald da," murrte er schließlich ungeduldig und angesichts seines Schwankens und Moreaus Gekicher, das sein übriges dazu beitrug, dass sie kaum voran kamen. RE: sick visit - Calvin Moreau - 21.03.2026 Bier und Whiskey! Diese Aussicht brachte Calvin schwankend wieder auf die Beine. Sein breites Grinsen und das gelegentliche, ausgelassene Gelächter konnte er dagegen nicht mehr abstellen. Was Clayton aber mit ernsten Antworten und, erst recht, mit seinen Fragen meinte, blieb für ihn vorerst ein Rätsel. Was wollte der Sheriff denn von ihm wissen? Wusste er längst nicht schon alles über ihn? Über Calvin Moreau, um den es so viele dumme Gerüchte gab, die zwar nicht durch die ganze Stadt die Runde machten (so wichtig war Calvin nun auch wieder nicht), aber teilweise hart an der Verleumdung vorbeischrammten? Selbst wenn die Gerüchte wahr aber nicht von ihm bestätigt waren? Seine Augen rollten im lachenden Zustand nachdenklich nach oben, aber er fand dort keine Antwort, ja noch nicht einmal eine Vermutung. "Ja. Ja. Gleich!", grinste er auf die Frage, ob sie bald da wären, und deutete mit dem ausgestreckten Arm wahllos in eine Richtung. Dabei drehte er aber seinen Kopf wieder zu Clayton und blickte ihn erneut wieder viel zu lange interessiert an. Das konnte am Alkohol liegen. Oder an Calvins Neugier, die für den Sheriff nach wie vor ungesättigt war. Der Ältere machte auch in dieser Situation einen sehr eloquenten Eindruck. So leicht und schnell brachte den Mann wohl tatsächlich nichts aus der Ruhe. Calvin war beeindruckt. Sehr. "Ich weiss immer noch nich', ob Sie tanzen, Clayton, Sir.", fiel ihm nach wenigen Schritten ein bevor er wieder zu lachen begann. Er stolperte neben Clayton herum, ohne erneut hinzufallen, und führte ihn trotz seines Zustands nach einigen Metern in einer scharfen Rechtskurve zwischen zwei Häusern hindurch. Kurz darauf befanden sie sich auf der Hauptstrasse, die durch den Ort führte. Das Treiben war noch rege, auch wenn die Läden mittlerweile geschlossen hatten. Er und Clayton fielen also nicht sofort auf - aber sie fielen auf. Es war schliesslich äusserst ungewöhnlich, dass sich Clayton mit einem Mann zeigte, den er noch vor kurzem festgenommen hatte. Und jetzt lief er mit einem verbundenen Ohr herum und präsentierte der halben Stadt seine Verwundbarkeit - aber auch seine Stärke. So schnell liess sich der Sheriff nicht unterkriegen. Ausserdem war die Verletzung durch einen Arbeitsunfall entstanden und nicht etwa, weil er böse Buben hatte vertreiben müssen. Es lag an dessen Frau, die eine furchtbar kurze Zündschnur und einen sehr zittrigen Abzugsfinger besass. Und zwei nette Melonen. "Seh'n Sie?! Wir sin' schon da!" Calvin grinste Clayton neben sich breit an. Es war offensichtlich, dass zwischen ihnen keine Distanz mehr vorhanden war. Zumindest erzählte das Calvins gesamte Haltung. Er klebte am Sheriff wie der Nektar einer Blüte am Bein einer Biene. Und das lag nicht nur am Versprechen und an der Aussicht nach mehr Alkohol... RE: sick visit - John Clayton - 08.06.2026 "Ich bin kein geduldiger Mann," ließ John Moreau wissen und fing zu grinsen an. Im angetrunkenen Zustand hatte John selten Schwierigkeiten eigene Fehler zu zugeben. Und manchmal hatte er sogar recht großen Gefallen daran einmal nicht zu viel nachzudenken und einfach nur zu reden. Doch das kam selten vor und meist gingen diese Momente auch nie gut für John aus. Früher war er am nächsten Morgen seines Geldes beraubt in einer Hintergasse im Dreck aufgewacht und war nach Hause geschlichen. In Boston betrank sich ein gut gekleideter Mann nicht in der Öffentlichkeit und er konnte froh sein, dass ihm dabei nie jemand nach dem Leben getrachtet hatte. Später im Hinterland, nach dem Tod seiner Frau war er meist im schmuddeligen Bett einer Hure zu sich gekommen und hatte am späteren Tag die Konfrontation mit seiner Tochter gemieden. Jetzt mit Emily an seiner Seite drohte ihm kein Raub und kein schmutziges Bett, aber eine Strafpredigt, die sich hören lassen konnte. "Was schauen Sie mich schon wieder so an," knurrte er gleich drauf, als er Moreaus Blick zu lange auf sich ruhen spürte und den jüngeren Mann böse anfunkelte. Der war aber längst nicht mehr ganz bei Sinnen und alberte nur noch herum. John blieb ein ergebenes Seufzen. "Ich versuch zu gehen," lallte er schließlich und musste dann doch lachen. "Und zwar gerade aus," und offensichtlich stellte er sich dabei nicht gerade elegant an. Aber er fiel nicht um, er fiel nicht nach vorne, er stieß nicht gegen die Hauswand, die sich auf einmal vor ihm auftat und er krachte nicht gegen eine Regentonne, als sie sich plötzlich zwischen Häusern auf die Mainstreet schoben. Erleichtert atmete John auf. Er hatte keine Ahnung, wie sie von seiner Veranda aus einen solchen Umweg über die Natur hatten nehmen können, aber irgendwie... war es fast ein Abenteuer gewesen. Ein Gedanke, der John kichern ließ. Allerdings mahnte er sich rasch zur Ordnung, denn auf der Mainstreet herrschte noch ein wenig Betrieb und die Köpfe wandten sich bereits in ihre Richtung. Ja sollten sie doch! John war schließlich nicht 24/7 Sheriff. Und heute trug er nicht einmal den Stern an seiner Hausweste. Um Himmelswillen... hatte er wirklich die leichte Strickjacke noch an? Sein Blick ging an ihm hinab... Gott sei Dank. Er trug Stiefel... "Hmmm?", John hob seinen Blick und sah direkt in Moreaus grinsende Miene. "Ja... sind wir. Auf... Saloon," bestimmt John und machte eine leicht abwehrende Wedelbewegung. "Und Abstand... Da war ich doch deutlich," die Worte sollten autoritär klingen, doch der Alkohol ließ seine Zunge schwer werden und sie stolperte ständig über ein paar Buchstaben. Er selbst unternahm einen Versuch zwei Schritte nach links zu machen, die aber eher schwankend nach vorne gingen und er dabei ungewollt Moreau an die Schulter rempelte. Wahrscheinlich waren sie zu betrunken um noch einigermaßen anständig und würdevoll auf die Veranda des Saloons zu treten. Aber andererseits würde das das Stadtbild des Saloons nicht weiter stören... Und John musste sich keine Gedanken machen. Weit war es ohnehin nicht zum Saloon, vor dem bereits einige Pferde angebunden standen und Klavierklänge nach draußen drangen. Die Fenster waren hell erleuchtet und streifen Licht viel auf die Straße. John hielt sich nicht weiter auf, ging auf die Veranda hoch, öffnete die Tür nach drinnen und ließ sich von Lärm, Musik, schalem Biergeruch und Kautabakaromen Einnehmen. Er holte einmal tief Luft, trat dann weiter ins Innere ein, um Moreau Platz zu machen und lächelte. Er hatte diesen Ort vermisst... Seit er sich hier mit Vedler über die Frauen unterhalten hatte, war er nicht mehr hier gewesen. Er lenkte seine Schritte zum Tresen, schob ein paar Männer beiseite, die protestieren wollten, aber ihren Sheriff sofort erkannten und ihren Mund hielten, damit John zwei Bier bestellen konnte. "Ich schätze ich zahle," fragte er ohne wirklich eine Antwort zu erwarten an Moreau gewendet, auch ohne nachzusehen ob er ihm gefolgt war, und zog die Münzen aus der Westentasche, um sie der Bedienung zu zu schieben. RE: sick visit - Calvin Moreau - 15.07.2026 Der Saloon empfing sie mit Musik, lauten Gesprächen, Gelächter und Drohungen und dicker, abgestandener Luft. Männer rauchten und tranken, Frauen klimperten mit ihren langen Wimpern und die eine oder andere hob frech ihre Röcke um zwei Zentimeter an, um mehr von ihrem Stiefel zu zeigen, als sich gehörte. Doch dafür hatte Calvin an diesem Abend überhaupt kein Auge, denn seine ganze Aufmerksamkeit lag auf dem Sheriff. Diesem dackelte er mit einem viel zu breiten Grinsen und viel zu glasigen Augen. Sein gesamtes Gesicht sprach davon, dass er auf mehr hoffte, wobei nicht klar war, was das genau sein sollte. Calvin wollte in Claytons Gunst stehen. Er wollte nicht nur das infant terrible sein, welchem Clayton einmal einen Gefallen tat. Er wollte ein Freund sein. Nicht wegen des Einflusses - höchstens ein bisschen - und auch nicht, weil Calvin die rechte Hand des zukünftigen Bürgermeisters werden wollte - was er sich dennoch vorstellen konnte -, sondern weil Clayton ihm mehr als nur sympathisch war. Der Ältere vermittelte ihm Sicherheit. Nicht im juristischen Sinne, viel mehr als väterlicher Freund, wie es auch McKay tat. Aber bei McKay war es wirklich nur die Vaterfigur, die Calvin so mochte. Bei Clayton mischte sich auch ein bisschen Interesse ein. Interesse, die so heiss war, dass er sich für alle Zeiten die Finger daran verbrennen konnte. Calvin grüsste ein paar Gäste, liess sich aber in keine Gespräche verwickeln und reagierte auch nicht auf die ein, zwei Drohungen, die man ihm an den Kopf wegen irgendwelcher Spielschulden warf. Es blieb bei den wenigen Kontaktaufnahmen der anderen, denn Clayton war hier und dieser schindete enorm viel Eindruck. Auch im angeheiterten Zustand. Der Sheriff war nun einmal der Sheriff, auch in einer Strickjacke. Die ziemlich heiss an ihm aussah. Calvin trat neben dem Älteren an den Tresen, hob die Hand und richtete seinen schiefen Hut. Dabei grinste er den Mann neben sich viel zu breit an, als dieser ihn zum Bier einlud. "Sie sind der beste Sheriff, den die Stadt je gesehen hat, Sheriff! Clayton, Sir!" Glucksend versuchte er sich auf einen Hocker zu setzen, schaffte es jedoch nicht. Sein Gleichgewichtssinn hatte Schlagseite erlitten und wollte mit dem Aufsteigen auf einen Hocker im Moment nichts zu tun haben. Eine Erkenntnis, die Calvins Verstand aber noch nicht erreichte, so dass er es einfach weiterversuchte. "Wussten Sie, dass die Frau'n hier Listen mit hübsch'n Männer'n führen? Sie steh'n fast ganz oben!" Calvin gab den Aufstieg auf den Hocker auf und klammerte sich mit beiden Händen an den Tresenrand. "Ganz oben steh ich." Unruhig, wie er war, stützte er einen Ellbogen auf die Holzplatte und legte seinen Kopf auf seine Hand. Dabei starrte er den Mann neben sich ohne Unterlass an. Wieso sollte er auch wegsehen? Er unterhielt sich mit Clayton und der war auch schön anzusehen! Ausserdem kam ihm nicht in den Sinn, Geld fürs Gucken zu verlangen, wie so mancher Frau! Ob er den Sheriff damit in Verlegenheit brachte, wusste er nicht. Diese Frage stellte er sich gar nicht, denn diese Frage stellte er sich nie. Bei keinem. Und genau deshalb eilte ihm manchmal ein Ruf voraus, der sich nicht nur auf den Schürzenjäger beschränkte. Wer ihn beobachtete, rümpfte schon ab und an mal die Nase. "Sie sollten viel öfters herkommen, Clayton. Der Saloon braucht Sie!", befand er schliesslich. Seine Pupillen schoben sich dann allerdings schnurstracks zur Seite, als die zwei Bier hingestellt wurden. Bier! Mit der freien Hand griff er nach dem Krug. Wie schön es aussah! So gold und weiss und leuchtend! "Hier bekomm' Sie alle Infos aus erster Hand. Zu allen Schurken und Dummschwätzern... - Und Sie kriegen hier das beste Bier der Welt." Er hob den Krug an, erstaunlich gerade, und blickte wieder in das Gesicht von Clayton, dem er heute nicht mehr von der Seite weichen würde. "Und meine Gesellschaft!" RE: sick visit - John Clayton - 27.08.2026 John hatte wenig übrig für die heutige Stimmung im Saloon. Eigentlich hatte er die nie übrig. Er kam um hier gelegentlich seine Sorgen zu ertränken. Vor allem nachdem Emily wieder einmal seine gesamte Verstecke geleert hatte und er nicht einen Tropfen zu Hause fand. Musik, Gespräche, gute Laune... das war er ohnehin nicht. Er war brummelig. Und das wollte er sich erhalten. Damit ließen ihn die Menschen in Ruhe. Außer Moreau. Der hatte irgendwie einen Narren an ihm gefressen und der Gedanke dahinter, warum, gefiel John gar nicht. Aber der Alkohol machte es ihm unmöglich länger als eine Sekunde daran zu denken. Die nächste Sekunde gehörte schon wieder dem Bier oder dem Whiskey... John schob sich auf einen der freigeschaufelten Hocker und klopfte für Moreau neben sich. "Kommen Sie schon," nuschelte er, kaum wurden die Krüge herangeschoben. "Sicher," knurrte er. "Das bin ich. Aber nur weil ich Ihnen ihr Bier zahle. Sobald ich sie wieder verhaften muss, sieht das anders aus." Moreaus Versuch sich zu setzen, quittierte John mit einem schiefen Grinsen. Den Unsinn, den ihn Moreau anschließend erzählte, ließ John die Augen verdrehen. "Das glauben sie doch selbst nicht. Die Hälfte der Anwesenden, die Mädchen eingeschlossen, können doch nicht mal schreiben." Dann begriff er erst was Moreau noch gesagt hatte und verschluckt sich fast am Bier. "Sie? Ganz oben?" Sein Blick traf den jüngeren Mann. Es funkelte belustigt in seinen Augen und dass Moreau ihn anstarrte bemerkte er nicht. Schließlich waren sie in einer Unterhaltung verwickelt, die langsam aber sicher jenseits von Gut und Böse rückte. "Für was braucht mich der Saloon," fragte er perplex zurück. Ach so, wegen dem Bier und den Informanten. John lachte. Fast etwas erleichtert. "Das weiß ich doch längst. Ich bin ein bisschen länger in Camden als sie. Ich dachte schon sie wollten, dass ich sie von ihrem hohen Thron stürze." Wieso er das sagte? Keine Ahnung. Der Alkohol vielleicht? Emily wäre garantiert tot umgefallen. "Kommen sie denn recht häufig her um solche Behauptungen aufstellen zu können? Vielleicht soll ich die Mexikanerin dort drüben mal verhören. Nur um herauszufinden wie viel Mist sie erzählen können?" RE: sick visit - Calvin Moreau - 05.10.2026 Dass ein Mann seine freie Zeit nicht in einem Saloon mit Alkohol, Gesellschaft und Musik verbringen wollte, war für Calvin unbegreiflich. Nicht nur, dass er sich ein solches Leben überhaupt nicht vorstellen konnte, er kam mit derartigen Menschen kaum in Berührung. Vielleicht war Colby, der Buchdrucker, einer dieser rechtschaffenden, zurückhaltenden Männer, aber die Anzahl dieser war in Calvins Alltag verschwindend gering. Clayton dagegen war ein Mann, der sich von einer Frau hatte abhängig machen lassen. So sehr, dass er seiner edlen Gattin sogar die Flinte übergeben hatte. Wohin dieses Experiment sie geführt hatte, war am Verband des Sheriffs ersichtlich. Zum guten Glück beeinflusste die Verletzung die Attraktivität des Älteren nicht. "Hm." Calvin gluckste belustigt und sah seinen Begleiter, der es im Gegensatz zu ihm auf den Hocker geschafft hatte, weiterhin vergnügt an. "Mit dem Zustand von Ihrem Ohr rutschen Sie gerade eine Position nach unten und dieser Deputy nach oben, aber…" Er lehnte sich trotz des Bieres in seiner Hand zum Sheriff vor – ein wenig zu weit – und senkte die Stimme. "… wenn Sie in den nächsten Wochen ein wenig öfter herkommen, dann sind Sie tatsächlich ein ernsthafter Konkurrent für mich." Als Clayton dann fragte, ob Calvin sich hier häufig aufhalte und zur Mexikanerin zeigte, wandte Calvin den Kopf zu dieser. Eine der hübscheren Frauen in der Stadt, die nicht auf den Mund gefallen war und sich gegen die Männerwelt behaupten konnte. "Sie wollen den Worten einer Frau mehr Gehör schenken als einem Mann wie mir?" Grinsend sah er zurück zu seinem Begleiter. "Sheriff, Sir… Sie müssen aufpassen, dass Sie sich nicht von den Weibern überall einlullen und abhängig machen lassen. Is' nich' gut für Ihr Image." Der Krug fand wieder an seinen Mund und ein grosser Schluck des Bieres in seinen Magen. Nachdem er ihn zurück auf den Tresen gestellt hatte, wandte er sich dem Sheriff wieder zu – selbstverständlich grinsend. "Es is' eine Sache, wenn die Frauen merken, dass sie mit Ihnen leichtes Spiel haben, Clayton. Aber wenn die Männer in der Stadt rausfinden, dass Sie an 'nem Rockzipfel hängen, dann verlieren die den Respekt vor Ihnen. Und ehrlich gesagt, will ich nich', dass das Ihnen passiert, weil ich keinen anderen Sheriff in der Stadt haben will. Mit den meisten Gesetzeshütern versteh ich mich nich' so gut. Die nölen über alles. Und manche sind verdammt gute Erpresser. Und nich' so fair wie Sie, Sir. Und gut aussehen tun auch nur die wenigsten." |