Johns rechte Braue schnellte in die Höhe, als er Moreaus Gemurmel erfasste und sich kurz Emilys Gesichtsausdruck in Erinnerung rief. Womöglich, wenn er es sich genauer überlegte, hatte Moreau recht. Und streng genommen war Emilys Haltung, alles mit Fassung zu tragen, nichts anderes, als die Rolle, die sie sich selbst auferlegt hatte und die John von ihr gar nicht einmal erwartete. Er hätte viel lieber mehr von diesem Trotz.
Die Braue wanderte wieder nach unten und ein Schmunzeln zierte seine Lippen. "Möglich," murmelte er zurück, nicht sicher, ob er bereit war einem Mann wie Moreau in solchen Angelegenheiten Recht geben zu wollen. Vielleicht würde er von dieser unterdrückten Empörung später mehr abbekommen, wenn Moreau wieder gegangen war. Vielleicht aber strafte ihn auch nur weiterhin ihr Schweigen dafür, dass er einem wie Moreau die Tür geöffnet hatte. Wer wusste das schon vorherzusagen? So sehr Emily sich in ihrer Rolle als duldsame Ehefrau gefiel, so wenig konnte John dennoch ihr Verhalten vorhersagen und das wiederum war schon mehr nach seinem Geschmack.
Weniger nach seinem Gefallen war die Unterhaltung über seine erste Frau. Die Erinnerungen an sie waren schön und schmerzhaft zu gleich. Ihren Verlust hatte John nie überwunden, trug ihn immer mit sich, ließ zu, dass er wie ein Schatten überall um ihn herum lauerte und seinem neuen Glück, das er in Emily gefunden hatte, im Weg stand. Er wusste nicht, wieso er so viele Dämonen aus seiner Vergangenheit immer wieder bereitwillig empfing, anstatt ihnen die Tür aus seinem Leben hinaus zu zeigen. Ein Rätsel, das er nicht mehr lösen wollte und das er vor wenigen Monaten noch so sehr in Alkohol ertränkt hatte, dass er fast alles, was er sich inzwischen erkämpft hatte, verpasst hätte.
Er seufzte leise, als er geschickt von sich auf Moreau abgelenkt hatte und sah in den Sonnenuntergang. Der Seufzer rührte aus seiner Vergangenheit und aus der Erkenntnis, dass seine Worte für Moreau vielleicht ein wenig zu philosophisch gewesen waren. Auf jeden Fall bekam er nicht die erhoffte Antwort, sondern viel mehr einen hilflosen Blick. Er lächelte nachsichtig und beschloss nicht darauf herumzureiten, sondern das anzunehmen, was Moreau ihm auf diese Worte hin zu geben im Stande war.
"Ja, das tun Sie wohl. Mir zuhören. Und Sie beobachten gut und kombinieren gar nicht einmal so schlecht," musste er dabei sogar zugeben. Allerdings legte sich ein irritierter Ausdruck auf seinen Gesichtszügen nieder, als Moreau auf einmal näher trat und wie erst kürzlich in der Zelle, einen für John äußerst fragwürdigen, unangenehmen Blick, dem Sheriff schenkte. John trat instinktiv einen Schritt zurück und sein Stirn legte sich in ungehaltene Falten. "Das könnte ich wohl," sagte er streng, aber mit einer Spur zu viel Unsicherheit in der Stimme. "Wenn ich Ihnen das nächste Mal eines auf die Nase hau, wenn Sie mich noch einmal so ansehen," seine Augen waren ganz schmal geworden und froh darüber, dass Moreau ungeachtet seines frivolen "Angriffs" erst einmal aus der Falsche einen Schluck nahm, war er schon wieder gewillt das Gefühl, das ihn eben beschlichen hatte, als Blödsinn abzutun. Wer wusste zu sagen, was ein verrückter Kerl wie Moreau mit diesen Worten tatsächlich gemeint hatte? Er war doch nicht so lebensmüde einem Gesetzeshüter, der ebenso über die Moral und Sitte wachte, sein wahres Gesicht zu zeigen? Bestimmt war er selbst nur so feinfühlig, weil er Cassidy mit Sophie im Badezuber überrascht hatte ... Aber auch hier war er langsam mit sich einig, dass er überreagiert hatte - denn es konnte einfach nicht sein... was nicht sein durfte!
In seine Überlegungen hinein, die ihn mit einem gewissen Hauch Ekel erfüllte, spürte er plötzlich die Flasche gegen seine Brust gedrückt und er blinzelte, aus den Gedanken gerissen.
Und von den Gedanken noch ziemlich mitgenommen, griff er rasch nach der Flasche und trank einen viel zu großen Schluck - als hätte er eine Wasserflasche angesetzt. Er trank nicht, weil es sein letzter Schluck sein würde, sondern weil er hoffte mit der Leichtigkeit, die sich nach einem gewissen Pensum einstellte, nicht mehr all zu wirre Gedanken zu haben. Er fuhr sich mit dem Handrücken über die Lippen und reichte die um die Hälfte leichter gewordenen Flasche zurück. Wieso genau sah ihn Moreau nun so amüsiert an? "Ich trinke, wann immer ich will. Meine Frau kann mir gar nichts verbieten," merkte er mit langsam schwerer werdende Zunge an und nickte, als müsste er sich selbst bekräftigen. "Und wer etwas anderes annimmt, täuscht sich gewaltig."
Die Braue wanderte wieder nach unten und ein Schmunzeln zierte seine Lippen. "Möglich," murmelte er zurück, nicht sicher, ob er bereit war einem Mann wie Moreau in solchen Angelegenheiten Recht geben zu wollen. Vielleicht würde er von dieser unterdrückten Empörung später mehr abbekommen, wenn Moreau wieder gegangen war. Vielleicht aber strafte ihn auch nur weiterhin ihr Schweigen dafür, dass er einem wie Moreau die Tür geöffnet hatte. Wer wusste das schon vorherzusagen? So sehr Emily sich in ihrer Rolle als duldsame Ehefrau gefiel, so wenig konnte John dennoch ihr Verhalten vorhersagen und das wiederum war schon mehr nach seinem Geschmack.
Weniger nach seinem Gefallen war die Unterhaltung über seine erste Frau. Die Erinnerungen an sie waren schön und schmerzhaft zu gleich. Ihren Verlust hatte John nie überwunden, trug ihn immer mit sich, ließ zu, dass er wie ein Schatten überall um ihn herum lauerte und seinem neuen Glück, das er in Emily gefunden hatte, im Weg stand. Er wusste nicht, wieso er so viele Dämonen aus seiner Vergangenheit immer wieder bereitwillig empfing, anstatt ihnen die Tür aus seinem Leben hinaus zu zeigen. Ein Rätsel, das er nicht mehr lösen wollte und das er vor wenigen Monaten noch so sehr in Alkohol ertränkt hatte, dass er fast alles, was er sich inzwischen erkämpft hatte, verpasst hätte.
Er seufzte leise, als er geschickt von sich auf Moreau abgelenkt hatte und sah in den Sonnenuntergang. Der Seufzer rührte aus seiner Vergangenheit und aus der Erkenntnis, dass seine Worte für Moreau vielleicht ein wenig zu philosophisch gewesen waren. Auf jeden Fall bekam er nicht die erhoffte Antwort, sondern viel mehr einen hilflosen Blick. Er lächelte nachsichtig und beschloss nicht darauf herumzureiten, sondern das anzunehmen, was Moreau ihm auf diese Worte hin zu geben im Stande war.
"Ja, das tun Sie wohl. Mir zuhören. Und Sie beobachten gut und kombinieren gar nicht einmal so schlecht," musste er dabei sogar zugeben. Allerdings legte sich ein irritierter Ausdruck auf seinen Gesichtszügen nieder, als Moreau auf einmal näher trat und wie erst kürzlich in der Zelle, einen für John äußerst fragwürdigen, unangenehmen Blick, dem Sheriff schenkte. John trat instinktiv einen Schritt zurück und sein Stirn legte sich in ungehaltene Falten. "Das könnte ich wohl," sagte er streng, aber mit einer Spur zu viel Unsicherheit in der Stimme. "Wenn ich Ihnen das nächste Mal eines auf die Nase hau, wenn Sie mich noch einmal so ansehen," seine Augen waren ganz schmal geworden und froh darüber, dass Moreau ungeachtet seines frivolen "Angriffs" erst einmal aus der Falsche einen Schluck nahm, war er schon wieder gewillt das Gefühl, das ihn eben beschlichen hatte, als Blödsinn abzutun. Wer wusste zu sagen, was ein verrückter Kerl wie Moreau mit diesen Worten tatsächlich gemeint hatte? Er war doch nicht so lebensmüde einem Gesetzeshüter, der ebenso über die Moral und Sitte wachte, sein wahres Gesicht zu zeigen? Bestimmt war er selbst nur so feinfühlig, weil er Cassidy mit Sophie im Badezuber überrascht hatte ... Aber auch hier war er langsam mit sich einig, dass er überreagiert hatte - denn es konnte einfach nicht sein... was nicht sein durfte!
In seine Überlegungen hinein, die ihn mit einem gewissen Hauch Ekel erfüllte, spürte er plötzlich die Flasche gegen seine Brust gedrückt und er blinzelte, aus den Gedanken gerissen.
Und von den Gedanken noch ziemlich mitgenommen, griff er rasch nach der Flasche und trank einen viel zu großen Schluck - als hätte er eine Wasserflasche angesetzt. Er trank nicht, weil es sein letzter Schluck sein würde, sondern weil er hoffte mit der Leichtigkeit, die sich nach einem gewissen Pensum einstellte, nicht mehr all zu wirre Gedanken zu haben. Er fuhr sich mit dem Handrücken über die Lippen und reichte die um die Hälfte leichter gewordenen Flasche zurück. Wieso genau sah ihn Moreau nun so amüsiert an? "Ich trinke, wann immer ich will. Meine Frau kann mir gar nichts verbieten," merkte er mit langsam schwerer werdende Zunge an und nickte, als müsste er sich selbst bekräftigen. "Und wer etwas anderes annimmt, täuscht sich gewaltig."






