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		<title><![CDATA[ - RICHARD-CAMDEN-STREET]]></title>
		<link>https://buffymagazin.de/CamdenVillage/</link>
		<description><![CDATA[ - https://buffymagazin.de/CamdenVillage]]></description>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 15:13:19 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[A Job, Please… and Liberty on the Side]]></title>
			<link>https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=3021</link>
			<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 14:11:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://buffymagazin.de/CamdenVillage/member.php?action=profile&uid=73">Martha McKay</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Zögerlich machte Martha einen Schritt auf die Ladentür zu, dann blieb sie mitten im Schritt stehen, sah sich nach allen Seiten um, um sicher zu gehen, dass sie auch ja niemand dabei beobachtete, wie sie den Laden von Mr. Miles betrat, dann machte sie doch wieder kehrt auf den Fersen und lief ein Stück vom Laden weg. Dieses Spiel wiederholte sich seit gut zehn Minuten. Martha fehlte einfach der Mut. Der Mut die Tür zu öffnen, der Mut einzutreten und der Mut ihr Anliegen vorzubringen. <br />
<br />
Ihr vielen tausend Argumente ein, warum ihre Idee zum Scheitern verurteilt war, aber gleichzeitig blieb diese mahnend leise Stimme in ihrem Kopf sehr laut - sie musste Mr. Miles ansprechen. Sie musste es einfach. Denn es gab keinen anderen Weg für sie und ihr Situation. Es war dabei gar nicht kompliziert - sie war schwanger und sie war minderjährig. Der Vater ihres Kindes hatte keinen guten Ruf im Ort und würde von ihren Eltern niemals als Ehemann und Vater akzeptiert werden. Und sie war das Kind strenger Christen, die sie schon halbtotprügelten, wenn sie log und flunkerte oder das Feuer im Kochherd ausgehen ließ. Sie wollte sich nicht ausmalen, was ihr widerfuhr, wenn diese Schwangerschaft nicht mehr länger zu verbergen war. Und Martha wusste, dass es sich bald nicht mehr verheimlichen ließ. Noch konnte sie behaupten wieder zu viel Kuchen genascht zu haben, obwohl ihre Mutter versuchte sie mit dem Essen zu regulieren, damit sie genauso hübsch erblühte wie ihre ältere Schwester - für eine gute Partie. Sie nahm lieber die maßregelnden Hiebe in Kauf, als zu zugeben, dass sie längst schwanger war und ihre Partie sich selbst herausgesucht hatte. Kurzum - sie musste anfangen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und das ging natürlich ohne eigenes Einkommen nicht. Sie war davon überzeugt, wenn sie erst einmal ihr eigenes Geld verdienen würde, würde sie einfach ausziehen können, um mit Graham zusammen zu wohnen.<br />
<br />
In ihrer Familie war es Pflicht mitzuhelfen, so dass sie keinen Cent für ihre Arbeit im Laden sah. Jeden anderen Ladenbesitzer konnte Martha auch nicht einfach um Arbeit bitten, denn hier kannte ein jeder den anderen und ihre Eltern würden von ihrem Unterfangen rasch erfahren und ihr rigoros alles verbieten. Es musste also heimlich geschehen. Und es musste vor allem dort geschehen, wo ihre Mutter niemals zum Einkaufen hinging. <br />
Mr. Miles war neu im Ort. Er kannte die Familien sicherlich, aber nicht ihre Gepflogenheiten. Er war niemand, der etwas davon hatte, sich bei den McKays anzubiedern, um anschreiben zu lassen oder einen Vorteil bei einer Stadtratssitzung zu erhalten. <br />
Und ihre Mutter lehnte die Bäckerei als modernen Unfug ab. Sie buk selbst! Basta.<br />
<br />
Wieder holte Martha tief Luft und wandte sich dem Laden zu. Es musste heute geschehen. Sie hatten etwas früher Schulschluss und sie hatte Ben nach Hause geschickt, mit der Nachricht für die Eltern, dass Martha der Lehrerin etwas helfen musste... So konnte sie sich Zeit von ihren Pflichten abzwacken, ohne dafür gleich mit Strafe rechnen zu müssen. Aber sie konnte keine Stunde vor diesem Laden auf und ab gehen - sie würde nachhause müssen. Irgendwann.<br />
<br />
Martha straffte die Schultern und öffnete schließlich die Ladentür. Graham würde stolz auf sie sein. Oder nicht? Der Gedanke ließ sie kurz ein wenig lächeln. Dann war sie bereit den Laden mit einem schwungvollen "Guten Tag" zu betreten - immerhin wusste sie, dass niemand im Laden als Kundschaft weilte - dafür hatte sie den Laden zu lange beobachtet. Sie war erst einmal sicher, als sie hineinschlüpfte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zögerlich machte Martha einen Schritt auf die Ladentür zu, dann blieb sie mitten im Schritt stehen, sah sich nach allen Seiten um, um sicher zu gehen, dass sie auch ja niemand dabei beobachtete, wie sie den Laden von Mr. Miles betrat, dann machte sie doch wieder kehrt auf den Fersen und lief ein Stück vom Laden weg. Dieses Spiel wiederholte sich seit gut zehn Minuten. Martha fehlte einfach der Mut. Der Mut die Tür zu öffnen, der Mut einzutreten und der Mut ihr Anliegen vorzubringen. <br />
<br />
Ihr vielen tausend Argumente ein, warum ihre Idee zum Scheitern verurteilt war, aber gleichzeitig blieb diese mahnend leise Stimme in ihrem Kopf sehr laut - sie musste Mr. Miles ansprechen. Sie musste es einfach. Denn es gab keinen anderen Weg für sie und ihr Situation. Es war dabei gar nicht kompliziert - sie war schwanger und sie war minderjährig. Der Vater ihres Kindes hatte keinen guten Ruf im Ort und würde von ihren Eltern niemals als Ehemann und Vater akzeptiert werden. Und sie war das Kind strenger Christen, die sie schon halbtotprügelten, wenn sie log und flunkerte oder das Feuer im Kochherd ausgehen ließ. Sie wollte sich nicht ausmalen, was ihr widerfuhr, wenn diese Schwangerschaft nicht mehr länger zu verbergen war. Und Martha wusste, dass es sich bald nicht mehr verheimlichen ließ. Noch konnte sie behaupten wieder zu viel Kuchen genascht zu haben, obwohl ihre Mutter versuchte sie mit dem Essen zu regulieren, damit sie genauso hübsch erblühte wie ihre ältere Schwester - für eine gute Partie. Sie nahm lieber die maßregelnden Hiebe in Kauf, als zu zugeben, dass sie längst schwanger war und ihre Partie sich selbst herausgesucht hatte. Kurzum - sie musste anfangen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und das ging natürlich ohne eigenes Einkommen nicht. Sie war davon überzeugt, wenn sie erst einmal ihr eigenes Geld verdienen würde, würde sie einfach ausziehen können, um mit Graham zusammen zu wohnen.<br />
<br />
In ihrer Familie war es Pflicht mitzuhelfen, so dass sie keinen Cent für ihre Arbeit im Laden sah. Jeden anderen Ladenbesitzer konnte Martha auch nicht einfach um Arbeit bitten, denn hier kannte ein jeder den anderen und ihre Eltern würden von ihrem Unterfangen rasch erfahren und ihr rigoros alles verbieten. Es musste also heimlich geschehen. Und es musste vor allem dort geschehen, wo ihre Mutter niemals zum Einkaufen hinging. <br />
Mr. Miles war neu im Ort. Er kannte die Familien sicherlich, aber nicht ihre Gepflogenheiten. Er war niemand, der etwas davon hatte, sich bei den McKays anzubiedern, um anschreiben zu lassen oder einen Vorteil bei einer Stadtratssitzung zu erhalten. <br />
Und ihre Mutter lehnte die Bäckerei als modernen Unfug ab. Sie buk selbst! Basta.<br />
<br />
Wieder holte Martha tief Luft und wandte sich dem Laden zu. Es musste heute geschehen. Sie hatten etwas früher Schulschluss und sie hatte Ben nach Hause geschickt, mit der Nachricht für die Eltern, dass Martha der Lehrerin etwas helfen musste... So konnte sie sich Zeit von ihren Pflichten abzwacken, ohne dafür gleich mit Strafe rechnen zu müssen. Aber sie konnte keine Stunde vor diesem Laden auf und ab gehen - sie würde nachhause müssen. Irgendwann.<br />
<br />
Martha straffte die Schultern und öffnete schließlich die Ladentür. Graham würde stolz auf sie sein. Oder nicht? Der Gedanke ließ sie kurz ein wenig lächeln. Dann war sie bereit den Laden mit einem schwungvollen "Guten Tag" zu betreten - immerhin wusste sie, dass niemand im Laden als Kundschaft weilte - dafür hatte sie den Laden zu lange beobachtet. Sie war erst einmal sicher, als sie hineinschlüpfte...]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Whispers of Gunpowder]]></title>
			<link>https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=2942</link>
			<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 22:01:46 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://buffymagazin.de/CamdenVillage/member.php?action=profile&uid=3">John Clayton</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=2942</guid>
			<description><![CDATA[Es hatte eine Weile gedauert, bis John die erlittene Schmach durch die Hand seiner eigenen Frau seelisch verschmerzt hatte. Nicht so sehr die Tatsache, dass sie ihn tatsächlich angeschossen hatte – mit einer beachtlichen Zielgenauigkeit, wenn er ehrlich war –, sondern vielmehr die bittere Erkenntnis, dass er es war, der sie in dieser Hinsicht im Stich gelassen hatte. Seine erste Frau hatte das Schießen beherrscht, seine Tochter ebenso, und selbst sein Sohn hatte bereits in jungen Jahren gelernt, mit einer Waffe umzugehen. Doch Emily? Sie hatte bislang nie mehr als einen Kuchenheber oder eine Stricknadel als gefährliches Werkzeug in der Hand gehabt. Und das war allein seine Schuld.<br />
<br />
Es hatte immer einen Grund gegeben, eine Ausrede, einen Aufschub. Mal war es Emily selbst gewesen, die mit einem „Ich kann doch unmöglich mitten im Backen fort!“ abgewunken hatte, mal war es der Alltag, der ihn beanspruchte. Wenn es nicht die Arbeit in der Stadt gewesen war, dann waren es größere Probleme gewesen – wie die nervenaufreibende Entführung seines Sohnes. Ja, das allein war ein Grund mehr, endlich nachzuholen, was längst überfällig war.<br />
<br />
Heute würde er sich nicht beirren lassen. Kein Kuchen, kein wichtiges Nähkränzchen und auch keine übervorsichtigen Einwände à la „Was sollen die Nachbarn nur denken?“ würden ihn davon abhalten, Emily eine Waffe in die Hand zu drücken. Sie lebten hier draußen auf dem Land. Hier war es keine Seltenheit, dass eine Frau sich verteidigen konnte. Und verdammt noch mal, sie konnte es sollte es können.<br />
<br />
Er hatte alles vorbereitet. Während Emily sich um das Abendessen und den Abwasch kümmerte, hatte er draußen im Garten ein provisorisches Zielschießen eingerichtet. Ein Brett, zwischen zwei Holzstützen aufgelegt, trug eine ordentliche Reihe Dosen und Flaschen, die sie entbehren konnten. Die Waffe, gesichert und nicht geladen, lehnte griffbereit am Brunnen. Daneben lag ein Päckchen Patronen auf einem Hocker – und zur Wahl stand außerdem einer seiner Colts. Schließlich hatte sie den genutzt, um ihm fast das Ohr wegzuschießen.<br />
<br />
Zufrieden mit seiner Vorbereitung kehrte John ins Haus zurück. Er lauschte dem vertrauten Klappern aus der Küche, bevor er noch einmal nach dem Kleinen sah. Friedlich schlummerte der Junge in seinem Bett, die winzigen Hände an seine Decke geklammert. Er würde nichts mitbekommen. Perfekt.<br />
<br />
Also trat er in die Küche, räusperte sich leise – eine Angewohnheit, mit der er sich selbst Raum für Worte schaffte.<br />
<br />
„Emily“, sagte er schließlich, beinahe feierlich. Er wollte es einfach aussprechen, ihr mit ruhiger Entschlossenheit mitteilen, was er vorbereitet hatte. Doch auf dem Weg dorthin verließ ihn der Mut.<br />
<br />
„Emily“, wiederholte er, diesmal fester, als müsse er sich selbst überzeugen. „Ich hätte eine kleine Überraschung für dich. Aber dafür müsstest du deine Arbeit einmal ruhen lassen und mir hinaus in den Garten folgen.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es hatte eine Weile gedauert, bis John die erlittene Schmach durch die Hand seiner eigenen Frau seelisch verschmerzt hatte. Nicht so sehr die Tatsache, dass sie ihn tatsächlich angeschossen hatte – mit einer beachtlichen Zielgenauigkeit, wenn er ehrlich war –, sondern vielmehr die bittere Erkenntnis, dass er es war, der sie in dieser Hinsicht im Stich gelassen hatte. Seine erste Frau hatte das Schießen beherrscht, seine Tochter ebenso, und selbst sein Sohn hatte bereits in jungen Jahren gelernt, mit einer Waffe umzugehen. Doch Emily? Sie hatte bislang nie mehr als einen Kuchenheber oder eine Stricknadel als gefährliches Werkzeug in der Hand gehabt. Und das war allein seine Schuld.<br />
<br />
Es hatte immer einen Grund gegeben, eine Ausrede, einen Aufschub. Mal war es Emily selbst gewesen, die mit einem „Ich kann doch unmöglich mitten im Backen fort!“ abgewunken hatte, mal war es der Alltag, der ihn beanspruchte. Wenn es nicht die Arbeit in der Stadt gewesen war, dann waren es größere Probleme gewesen – wie die nervenaufreibende Entführung seines Sohnes. Ja, das allein war ein Grund mehr, endlich nachzuholen, was längst überfällig war.<br />
<br />
Heute würde er sich nicht beirren lassen. Kein Kuchen, kein wichtiges Nähkränzchen und auch keine übervorsichtigen Einwände à la „Was sollen die Nachbarn nur denken?“ würden ihn davon abhalten, Emily eine Waffe in die Hand zu drücken. Sie lebten hier draußen auf dem Land. Hier war es keine Seltenheit, dass eine Frau sich verteidigen konnte. Und verdammt noch mal, sie konnte es sollte es können.<br />
<br />
Er hatte alles vorbereitet. Während Emily sich um das Abendessen und den Abwasch kümmerte, hatte er draußen im Garten ein provisorisches Zielschießen eingerichtet. Ein Brett, zwischen zwei Holzstützen aufgelegt, trug eine ordentliche Reihe Dosen und Flaschen, die sie entbehren konnten. Die Waffe, gesichert und nicht geladen, lehnte griffbereit am Brunnen. Daneben lag ein Päckchen Patronen auf einem Hocker – und zur Wahl stand außerdem einer seiner Colts. Schließlich hatte sie den genutzt, um ihm fast das Ohr wegzuschießen.<br />
<br />
Zufrieden mit seiner Vorbereitung kehrte John ins Haus zurück. Er lauschte dem vertrauten Klappern aus der Küche, bevor er noch einmal nach dem Kleinen sah. Friedlich schlummerte der Junge in seinem Bett, die winzigen Hände an seine Decke geklammert. Er würde nichts mitbekommen. Perfekt.<br />
<br />
Also trat er in die Küche, räusperte sich leise – eine Angewohnheit, mit der er sich selbst Raum für Worte schaffte.<br />
<br />
„Emily“, sagte er schließlich, beinahe feierlich. Er wollte es einfach aussprechen, ihr mit ruhiger Entschlossenheit mitteilen, was er vorbereitet hatte. Doch auf dem Weg dorthin verließ ihn der Mut.<br />
<br />
„Emily“, wiederholte er, diesmal fester, als müsse er sich selbst überzeugen. „Ich hätte eine kleine Überraschung für dich. Aber dafür müsstest du deine Arbeit einmal ruhen lassen und mir hinaus in den Garten folgen.“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[sick visit]]></title>
			<link>https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=2915</link>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 20:45:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://buffymagazin.de/CamdenVillage/member.php?action=profile&uid=290">Calvin Moreau</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=2915</guid>
			<description><![CDATA["Oh, Johnny boy, oh, Johnny boy, get up because the world has left you lying on the ground..." In der halbleeren Flasche schlug der goldfarbene Whiskey bei jedem seiner Schritte ein paar Wellen. Calvin war nicht in Eile und doch sah man ihm an, dass er ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte. An diesem frühen Abend war es zur Abwechslung mal nicht der Saloon.<br />
"You're my pride and my joy, oh Johnny boy, get up, my Johnny boy, because we all need you now." Sein melodiöser Gesang war leise, erinnerte mehr an ein an sich selbstgerichtetes Murmeln. Und es endete erst, als Calvin vor einer Haustür stehenblieb und das knarzende Holz unter seinen Stiefeln verstummte. Noch bevor er gegen das Türblatt klopfte, schob er seinen Hut ein Stück zurück, rieb sich über die Oberlippe und klopfte dann dagegen. Nicht polternd, nicht zu laut, aber auch nicht so zartbesaitet wie so manches Frauenhändchen.<br />
<br />
Nachdem man ihn am 31. August aus dem Gefängnis entlassen hatte, weil es absolut keinen Sinn machte, ihn länger als nötig einzusperren, war er so spät auf der Snowflake Ranch erschienen, dass er sich hatte verstecken und anschliessend eine Ausrede einfallen lassen müssen. Am Ende des Tages hatte er fünf Versionen seiner Abwesenheit in Umlauf gebracht und Alcott hatte zu seinem Glück an diesem Tag gar nicht bemerkt, dass er nicht da gewesen war. Zumindest hatte er nichts gehört und sie hatte ihn auch nicht wutentbrannt aufgesucht. Die Cowboys auf der Ranch waren mit seiner Unzuverlässigkeit bereits vertraut und Calvin war weder einer der tragenden Säulen der Ranch noch so wichtig, dass man sich länger mit ihm beschäftigen musste. Insofern hatte er einmal mehr mehr Glück als Verstand gehabt. Dies deutete Calvin jeweils als Zeichen dafür, dass irgendwo da oben im Himmel jemand auf ihn aufpasste. Gott vermutlich. Gott mit dem seltsamen Humor, den er für ihn offenbar übrighatte.<br />
Die nächsten Tage verbrachte er dann doch hauptsächlich mit Arbeiten, die auf der Snowflake Ranch so anfielen. Ausserdem hatte er Simones kennengelernt und den Knirpsen beim Bau eines Baumhauses geholfen. Nun ja, fertig war das noch nicht, aber Calvin konnte ja nicht immer blau machen. Irgendwann würde es Alcott auffallen und dann würde sie ihn in den Wind schiessen - oder in den Arsch. Das galt es natürlich zu vermeiden, denn abgesehen davon, dass er seinen Allerwertesten noch brauchte, war er auch ziemlich stolz auf ihn. Er war ansehnlich, wie er fand, auch in seinem Alter noch.<br />
Doch trotz der ausgefüllten Tage schwirrte ständig die Frage in seinem Kopf herum, wie es John Clayton mit seiner Schusswunde ergangen war. Hatte er sein Ohr behalten können? Hatte man es ihm abschneiden müssen? Also den Rest davon? Hörte er noch gut oder wurde er jetzt grausig greisig wie der alte Moyers, der so gut wie taub war? Calvin hätte sich überhaupt nicht mit Clayton beschäftigen müssen. Der Sheriff war nicht sein Freund, seine Frau seine moralische Gegnerin und die Tochter ein kluges, vorwitziges Mädchen, welches ihn trotz aller Versuche nicht hatte herauslassen wollen.<br />
Die Claytons hatten also eigentlich überhaupt nichts mit ihm am Hut und Calvin war vielleicht sogar besser dran, es so sein zu lassen. Aber das konnte er nicht. Er wollte wissen, wie es dem Sheriff ging. Und er wollte sich auch über das Gesicht von Emily Clayton amüsieren, wenn sie ihm gegenüber stand während kein Gitter sie voneinander trennte. Und, wenn es gut lief, würde er vielleicht erwähnen, wie schrecklich Gott es fand, dass alte Leute mit Lederriemen nach ihrem Nachwuchs schlugen. Aber ob er dieses Thema ansprach, wusste er noch nicht. Alcott war es schon nicht genehm, dass er sich bei ihr einmischte. Nur war sie anders als Clayton. Sie war... nun, sie hörte zu. Clayton dagegen würde vielleicht sauer werden und Calvin aus dem Haus werfen. Wenn er ihn überhaupt erst hineinliess!<br />
<br />
Die Tür wurde aufgezogen und Calvin stand so nahe zum Türrahmen, dass er in ein überraschtes Gesicht blickte. "Guten Abend." Mit seinem Zahnlückengrinsen hob er die Whiskeyflasche hoch und schüttelte sie kurz. "Hier ist der Krankenbesuch. Mit richtig guter Medizin."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA["Oh, Johnny boy, oh, Johnny boy, get up because the world has left you lying on the ground..." In der halbleeren Flasche schlug der goldfarbene Whiskey bei jedem seiner Schritte ein paar Wellen. Calvin war nicht in Eile und doch sah man ihm an, dass er ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte. An diesem frühen Abend war es zur Abwechslung mal nicht der Saloon.<br />
"You're my pride and my joy, oh Johnny boy, get up, my Johnny boy, because we all need you now." Sein melodiöser Gesang war leise, erinnerte mehr an ein an sich selbstgerichtetes Murmeln. Und es endete erst, als Calvin vor einer Haustür stehenblieb und das knarzende Holz unter seinen Stiefeln verstummte. Noch bevor er gegen das Türblatt klopfte, schob er seinen Hut ein Stück zurück, rieb sich über die Oberlippe und klopfte dann dagegen. Nicht polternd, nicht zu laut, aber auch nicht so zartbesaitet wie so manches Frauenhändchen.<br />
<br />
Nachdem man ihn am 31. August aus dem Gefängnis entlassen hatte, weil es absolut keinen Sinn machte, ihn länger als nötig einzusperren, war er so spät auf der Snowflake Ranch erschienen, dass er sich hatte verstecken und anschliessend eine Ausrede einfallen lassen müssen. Am Ende des Tages hatte er fünf Versionen seiner Abwesenheit in Umlauf gebracht und Alcott hatte zu seinem Glück an diesem Tag gar nicht bemerkt, dass er nicht da gewesen war. Zumindest hatte er nichts gehört und sie hatte ihn auch nicht wutentbrannt aufgesucht. Die Cowboys auf der Ranch waren mit seiner Unzuverlässigkeit bereits vertraut und Calvin war weder einer der tragenden Säulen der Ranch noch so wichtig, dass man sich länger mit ihm beschäftigen musste. Insofern hatte er einmal mehr mehr Glück als Verstand gehabt. Dies deutete Calvin jeweils als Zeichen dafür, dass irgendwo da oben im Himmel jemand auf ihn aufpasste. Gott vermutlich. Gott mit dem seltsamen Humor, den er für ihn offenbar übrighatte.<br />
Die nächsten Tage verbrachte er dann doch hauptsächlich mit Arbeiten, die auf der Snowflake Ranch so anfielen. Ausserdem hatte er Simones kennengelernt und den Knirpsen beim Bau eines Baumhauses geholfen. Nun ja, fertig war das noch nicht, aber Calvin konnte ja nicht immer blau machen. Irgendwann würde es Alcott auffallen und dann würde sie ihn in den Wind schiessen - oder in den Arsch. Das galt es natürlich zu vermeiden, denn abgesehen davon, dass er seinen Allerwertesten noch brauchte, war er auch ziemlich stolz auf ihn. Er war ansehnlich, wie er fand, auch in seinem Alter noch.<br />
Doch trotz der ausgefüllten Tage schwirrte ständig die Frage in seinem Kopf herum, wie es John Clayton mit seiner Schusswunde ergangen war. Hatte er sein Ohr behalten können? Hatte man es ihm abschneiden müssen? Also den Rest davon? Hörte er noch gut oder wurde er jetzt grausig greisig wie der alte Moyers, der so gut wie taub war? Calvin hätte sich überhaupt nicht mit Clayton beschäftigen müssen. Der Sheriff war nicht sein Freund, seine Frau seine moralische Gegnerin und die Tochter ein kluges, vorwitziges Mädchen, welches ihn trotz aller Versuche nicht hatte herauslassen wollen.<br />
Die Claytons hatten also eigentlich überhaupt nichts mit ihm am Hut und Calvin war vielleicht sogar besser dran, es so sein zu lassen. Aber das konnte er nicht. Er wollte wissen, wie es dem Sheriff ging. Und er wollte sich auch über das Gesicht von Emily Clayton amüsieren, wenn sie ihm gegenüber stand während kein Gitter sie voneinander trennte. Und, wenn es gut lief, würde er vielleicht erwähnen, wie schrecklich Gott es fand, dass alte Leute mit Lederriemen nach ihrem Nachwuchs schlugen. Aber ob er dieses Thema ansprach, wusste er noch nicht. Alcott war es schon nicht genehm, dass er sich bei ihr einmischte. Nur war sie anders als Clayton. Sie war... nun, sie hörte zu. Clayton dagegen würde vielleicht sauer werden und Calvin aus dem Haus werfen. Wenn er ihn überhaupt erst hineinliess!<br />
<br />
Die Tür wurde aufgezogen und Calvin stand so nahe zum Türrahmen, dass er in ein überraschtes Gesicht blickte. "Guten Abend." Mit seinem Zahnlückengrinsen hob er die Whiskeyflasche hoch und schüttelte sie kurz. "Hier ist der Krankenbesuch. Mit richtig guter Medizin."]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ALWAYS THE BOYS]]></title>
			<link>https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=2547</link>
			<pubDate>Mon, 16 Jul 2018 01:23:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://buffymagazin.de/CamdenVillage/member.php?action=profile&uid=3">John Clayton</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://buffymagazin.de/CamdenVillage/showthread.php?tid=2547</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">B E S C H R E I B U N G</span></span></div>
<br />
<br />
Das weiße, zweistöckige Haus ist umgeben von einem klassischen weißen Lattenzaun, der ein großzügig angelegtes Grundstück einfasst. Die Haustür, überdacht von Wind und Regen geschützt, ist über drei schmale Stufen zu erreichen, die auf eine kleine Veranda vor dem Haus führen. <br />
<br />
Hinter dem Haus erstreckt sich ein großer, noch nicht angelegter Garten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">B E S C H R E I B U N G</span></span></div>
<br />
<br />
Das weiße, zweistöckige Haus ist umgeben von einem klassischen weißen Lattenzaun, der ein großzügig angelegtes Grundstück einfasst. Die Haustür, überdacht von Wind und Regen geschützt, ist über drei schmale Stufen zu erreichen, die auf eine kleine Veranda vor dem Haus führen. <br />
<br />
Hinter dem Haus erstreckt sich ein großer, noch nicht angelegter Garten.]]></content:encoded>
		</item>
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