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| VOL. X., NO. 3,519 | Camden Village, Donnerstag, November 28, 1878 |
PRICE 4 CENT |
CAMDEN VILLAGE FINDET KEINE RUHE
NEUE ÜBERGRIFFE AUF FARMEN UND RANCHEN
CV, November - Wer steckt dahinter? Nach dem endlich wieder ein wenig Ruhe in unsere beschauliche Gemeinde eingekehrt ist, und man sich auf Thanksgiving hätte freuen können, müssen wir nun mit Schrecken erneut von beunruhigenden Übergriffen berichten. Bereits am 18.11. kam es auf der Hazienda der Gebrüder DeLaVega gegen Mittag zu einem Brand in der Heu-Scheune. Zu Schaden kam dabei Gott sei Dank niemand, abgesehen von einem Mitarbeiter, der leichte Brandverletzungen erlitt. Jedoch stellten die Brüder wenig später fest, dass ihnen drei ihrer wertvollen andalusischen Rassepferde gestohlen worden waren. Scheinbar hatten die unbekannten Täter den Brand als Ablenkungsmanöver gelegt. Ebenfalls einen Viehdiebstahl meldete der Geflügel-Züchter Erol Flemming zwei Tage später. Ihm wurde wohl mitten in der Nacht 10 Hühner und drei Gänse gestohlen. Farmer Edward Johnson brachte laut Sheriff Clayton am 25.11. mutwillige Zerstörung seines Gemüsegartens zur Anzeige. Gleichzeitig beklagte seine Frau Sally, dass die neuen Besitzer der benachbarten Devil's Hole Farm viel zu laute Feste feiern würden und man häufiger Gewehrschüsse vernehmen könnte. Auch hätten sich einige der Mitarbeiter dieser Farm äußerst grob ihr gegenüber verhalten. Sheriff Clayton dementierte jedoch jeden Verdacht, die neuen Besitzer könnten etwas mit den merkwürdigen Vorkommnissen der letzten Tage zu tun haben. Er gab an, dass ein gewisser Travis Walton mit seinen Angestellten die Farm gekauft habe und wieder aufbauen wollte. Mr. Walton hätte sich bestürzt über die Klagen gezeigt und Besserung versprochen. Merkwürdigerweise brannte noch in derselben Nacht der Werkzeugschuppen der Johnsons nieder.
Gestern wurde als Höhepunkt der beunruhigenden Serie an Übergriffen, die Postkutsche am Mittag überfallen. Der Kutscher wollte beherzt Passagiere und Gut beschützen und fand dabei im Feuergefecht den Tod. Die Passagiere wurden um ihr Geld, Schmuck und Gepäck erleichtert. Danach ließen die vermumten Täter, nach Augenberichten fünf Männer, die Passagiere den restlichen Weg nach St. Johns laufen. Die Kutsche nahmen sie mit.
Demnach ist auszuschließen, dass die Übergriffe von Indianern geführt werden. Seit dem Einzug von Major Shepard in das Fort, hielten sich die Rothäute recht bedeckt und die nächtlichen Überfälle auf die Farmen fanden ein schnelles Ende. Einige ürger zeigten sich zwar besorgt, das möglicherweise eine Gefahr bestünde, da noch immer nicht die abtrünnigen Northern Cheyennes gefasst wären, doch Sheriff Clayton schließt dies gänzlich aus. Er hat den Bürgern versprochen, die Täter zu finden und dem Treiben ein Ende zu setzen. - dp
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TRAUERFEIERN
EINE FLAUTE
KEINE SPUR DER FLÜCHTIGENFLÜCHTIGE INDIANER NOCH IMMER NICHT GEFASST |

KEIN GUTER MONAT FÜR CAMDEN VILLAGE