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| VOL. XI., NO. 8,608 | Camden Village, Dienstag, April 01, 1879 |
PRICE 8 CENT |
HÄNGT SIE!
BEGINNENDE GERICHTSVERHANDLUNG GEGEN MÖRDERISCHE INDIANER
CV, April - Bereits Ende Januar gelang der Armee unter der Führung von Major Samuel Shepard (45) ein einmaliger Schlag gegen aufständische Indianer. Nicht nur, dass er mit seinen Soldaten die seit Monaten flüchtigen Rothäute einfing, nein, ihm gelang auch die Festsetzung von vier Indianern die laut Zeugenaussage bestialisch Freunde der Überlebenden niedergemetzelt haben sollen. Die vier Eingeborenen sitzen seit Ende Januar in einer Zelle von Sheriff Clayton, der sie mit seinen Deputies Barclay, McKay und Waltham vor Übergriffen aus der Bevölkerung schützt und bewacht. Dies ist auch nötig, nachdem ein Mob unter Anführung eines recht betrunkenen Caleb O'Neills, vor zwei Wochen vor dem Sheriffsgebäude verlangt hatte, man möge die Rothäute ihnen aushändigen, um sie aufzuknöpfen. Das sei die einzige Sprache in der man mit den Eingeborenen reden könnte. Clayton nahm O'Neill fest und ließ ihn in einer Zelle ausnüchtern, ehe er ihn mit einer Verwarnung davon kommen ließ.
Laut unserer Quelle soll es sich bei den Gefangenen sogar um wichtige Personen der Indianer handeln. Dennoch bestehen Zweifel an ihrer Unschuld und man nimmt die Anschuldigungen sehr ernst. Deswegen fanden in den letzten Wochen Vorbereitungen für eine Gerichtsverhandlung statt. Sowohl der Verteidiger, Nathanniel Brown, als auch der Assistant Attorney Mathew Codswallop haben sich mit den Zeugen beschäftigt und eine strenge Auswahl der Geschworenen getroffen. Mit Hilfe von Bürgermeister Camden und Sheriff Clayton wurde aus dem Versammlungssaal im Rathaus ein Gerichtssaal, der ab 9.00 Uhr seine Arbeit aufnehmen wird. Wir konnten erst vor ein paar Tagen Andy Fleischer zu den Vorfällen interviewen. Mr. Fleischer ist einer der Überlebenden des Überfalls und stammte ursprünglich aus Deutschland. Laut seinen Angaben habe er mit Freunden völlig überraschend dem Überfall der Rothäute gegenübergestanden. Sie wären zwischen sie gefahren und hätten so gräulich gemordet, wie es immer wieder in Büchern und Zeitungen berichtet wird. Leider wich er genaueren Fragen über die Umstände aus, die zu dem Überfall geführt haben. Er wird diese aber mit Sicherheit dem Richter und den Anwälten beantworten müssen.
Die Verhandlung ist öffentlich. Es wird noch am selben Tag mit einem Urteil gerechnet. Im schlimmsten Fall wird die Stadt nach sehr langer Zeit eine Hinrichtung erleben.
- jp
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VERROHTE JUGEND
ZUSTROM UND ABWANDERUNG
UNLIEBSAME MITBEWOHNER
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EIN STETIGER WANDEL UNSERER STADT