RE: [GREENHORNS] - FERTIGE PROFILE --- 15.07.2026, 11:27
Huhu Albina,
gestern hat es bei mir leider nicht mehr für eine Antwort gereicht. Dafür starte ich jetzt direkt mit der Stecki-Besprechung. ?
Thyra ist dir wundervoll gelungen, und ihrem Einstieg als Charakter steht fast nichts mehr im Weg.
Hauptkritikpunkt bleibt ihr Beruf. Da wäre es gut, wenn du bei den Formulierungen mehr darauf eingehst, dass es etwas ist, dass sie aus der Heimat mitgebracht hat und ihr höchstens ein wenig Geld in Camden Village einbringt. Im Werdegang liest es sich nämlich schon ein wenig wie - oh, da lebt jemand am Meer und betreibt mit mehreren Fischern eine Fischerei. Statt aha, ein kleines Dorf
Also wichtig wäre es mir, dass du im Hinterkopf behältst: Sie als Einfrau-Show wird kaum so viel bewältigen, dass sie ein ganzes Dorf versorgen kann. Zumal wir mit Camden Village ein sehr kleiner Bergort an einem sehr kleinen Bergsee sind, der niemals so viel Fischbestand hat. Die Bewohner gehen hier eher selbst mit der Angel an den Fluss oder an den See und holen sich frischen Fisch für den Eigenbedarf – bei der Größe des Ortes und ohne moderne Kühlmöglichkeiten wäre das auch das Naheliegendste. Sie mit ihrer Räucherei finde ich dagegen wieder schick. Wenn du darauf den Schwerpunkt legen würdest, würde es besser in das Setting passen.
Historisch kommt noch hinzu, dass es rund um den Yellowstone und in den Gewässern Wyomings um 1879 keinen besonders großen Fischbestand gab. Liegt an der Höhe, dem kalten Wasser, den vielen Wasserfällen dort oben. Viele heute dort vorkommende Arten wurden tatsächlich erst später eingesetzt. Hechte und Saiblinge würden deshalb leider nicht passen.
Beim Dill und Kümmel würde ich die Formulierung etwas anpassen. Beide Gewürze waren in Amerika durchaus schon durch die Pilgerväter bekannt. Vielleicht könntest du stattdessen auf eure Familiengeschichte Bezug nehmen – dass sie, wie viele osteuropäische Einwanderer um diese Zeit herum, besondere Rezepturen oder Zubereitungsarten mitgebracht hat, die nach und nach auch in Amerika Anklang finden. Ob die Bewohner Camdens diese mögen, würde ich dann aber den jeweiligen Spielern selbst überlassen.
Hier greift wieder der Punkt mit dem Fischbestand. Rund um Camden gibt es nur wenige geeignete Gewässer, und der Yellowstone River fließt südlich in die Ebene, wo sich das Farmland befindet – also nicht direkt bei den Minen. Beim Lesen entsteht dadurch etwas der Eindruck, als gäbe es dort ausgedehnte Fischgründe oder eine Küstenregion. Wahrscheinlicher wäre, dass die Frauen – wie viele Einwandererinnen jener Zeit – den Haushalt führten, Kinder versorgten oder saisonal auf den Farmen bei der Ernte mithalfen. Was wiederum Thyras Wunsch die Tradition von daheim am Leben zu erhalten verstärkt haben könnte.
Bei Thyras Schulzeit hätte ich ebenfalls noch ein paar Fragezeichen. Warum sollten ihre Eltern sie mit vierzehn Jahren noch auf eine Schule schicken? Eine allgemeine Schulpflicht gab es damals erst in Ansätzen und kam viele Jahre später und dann nicht flächendeckend. Wyoming war 1879 noch kein Bundesstaat, und die gesetzliche Schulpflicht wurde erst wenige Jahre zuvor eingeführt (76). Selbst dann mussten Kinder nur einen Teil des Jahres zur Schule gehen (3 Monate insgesamt). Mehr konnten sich die Menschen nicht leisten. Einen Rückstand von vielen Jahren innerhalb kurzer Zeit aufzuholen, erscheint deshalb eher schwierig. Außerdem stellt sich die Frage, wie das Schulgeld finanziert worden wäre, ob die Familie es sich wirklich leisten konnte. Mit 14 wurden die Mädchen damals eher zum Haushalten aus der Schule genommen.
Auch ihre Arbeitsmöglichkeiten in Camden würde ich noch etwas an Camden anpassen. Vor Ort gibt es nur wenige Betriebe für "Küchen" – hauptsächlich das Hotel und den Saloon. Heilkräuter dagegen könnte sie sehr gut sammeln und an den Arzt verkaufen, der daraus Salben und Tinkturen herstellt oder in Kontakt mit Kianga treten, die Wundermittel verkauf. Das wäre aus meiner Sicht ein schöner und glaubwürdiger Standfuß für den Charakter und passt in unser Setting. Denn eine klassische Heilerin brauchen wir im Setting dagegen kaum, da diese Aufgaben bereits vom Arzt übernommen werden. Sind ja in der Modernen angekommen.
So, das wars aber auch schon. Beim Rest gibts keinerlei Kritik und Einwände.
LG
mel
gestern hat es bei mir leider nicht mehr für eine Antwort gereicht. Dafür starte ich jetzt direkt mit der Stecki-Besprechung. ?
Thyra ist dir wundervoll gelungen, und ihrem Einstieg als Charakter steht fast nichts mehr im Weg.
Hauptkritikpunkt bleibt ihr Beruf. Da wäre es gut, wenn du bei den Formulierungen mehr darauf eingehst, dass es etwas ist, dass sie aus der Heimat mitgebracht hat und ihr höchstens ein wenig Geld in Camden Village einbringt. Im Werdegang liest es sich nämlich schon ein wenig wie - oh, da lebt jemand am Meer und betreibt mit mehreren Fischern eine Fischerei. Statt aha, ein kleines Dorf

Also wichtig wäre es mir, dass du im Hinterkopf behältst: Sie als Einfrau-Show wird kaum so viel bewältigen, dass sie ein ganzes Dorf versorgen kann. Zumal wir mit Camden Village ein sehr kleiner Bergort an einem sehr kleinen Bergsee sind, der niemals so viel Fischbestand hat. Die Bewohner gehen hier eher selbst mit der Angel an den Fluss oder an den See und holen sich frischen Fisch für den Eigenbedarf – bei der Größe des Ortes und ohne moderne Kühlmöglichkeiten wäre das auch das Naheliegendste. Sie mit ihrer Räucherei finde ich dagegen wieder schick. Wenn du darauf den Schwerpunkt legen würdest, würde es besser in das Setting passen.
Zitat:Forest Lake, in dem sich Forellen, Äschen, Hechte und Saiblinge aufhalten
Historisch kommt noch hinzu, dass es rund um den Yellowstone und in den Gewässern Wyomings um 1879 keinen besonders großen Fischbestand gab. Liegt an der Höhe, dem kalten Wasser, den vielen Wasserfällen dort oben. Viele heute dort vorkommende Arten wurden tatsächlich erst später eingesetzt. Hechte und Saiblinge würden deshalb leider nicht passen.
Beim Dill und Kümmel würde ich die Formulierung etwas anpassen. Beide Gewürze waren in Amerika durchaus schon durch die Pilgerväter bekannt. Vielleicht könntest du stattdessen auf eure Familiengeschichte Bezug nehmen – dass sie, wie viele osteuropäische Einwanderer um diese Zeit herum, besondere Rezepturen oder Zubereitungsarten mitgebracht hat, die nach und nach auch in Amerika Anklang finden. Ob die Bewohner Camdens diese mögen, würde ich dann aber den jeweiligen Spielern selbst überlassen.
Zitat:Die Männer gingen unter Tage, oft in Schichten von zwölf bis vierzehn Stunden, während die Frauen – an ihre Herkunft als Fischerinnen erinnernd – an den klaren Seen der Umgebung arbeiteten, wo sie Fische fingen und an Bergarbeiterlager verkauften. Zwischen Staub, Wasser und Kälte entstand so eine fragile neue Existenz, geboren aus religiösem Druck, langen Umwegen und der Hoffnung auf einen Ort, an dem sie bleiben konnten.
Hier greift wieder der Punkt mit dem Fischbestand. Rund um Camden gibt es nur wenige geeignete Gewässer, und der Yellowstone River fließt südlich in die Ebene, wo sich das Farmland befindet – also nicht direkt bei den Minen. Beim Lesen entsteht dadurch etwas der Eindruck, als gäbe es dort ausgedehnte Fischgründe oder eine Küstenregion. Wahrscheinlicher wäre, dass die Frauen – wie viele Einwandererinnen jener Zeit – den Haushalt führten, Kinder versorgten oder saisonal auf den Farmen bei der Ernte mithalfen. Was wiederum Thyras Wunsch die Tradition von daheim am Leben zu erhalten verstärkt haben könnte.
Bei Thyras Schulzeit hätte ich ebenfalls noch ein paar Fragezeichen. Warum sollten ihre Eltern sie mit vierzehn Jahren noch auf eine Schule schicken? Eine allgemeine Schulpflicht gab es damals erst in Ansätzen und kam viele Jahre später und dann nicht flächendeckend. Wyoming war 1879 noch kein Bundesstaat, und die gesetzliche Schulpflicht wurde erst wenige Jahre zuvor eingeführt (76). Selbst dann mussten Kinder nur einen Teil des Jahres zur Schule gehen (3 Monate insgesamt). Mehr konnten sich die Menschen nicht leisten. Einen Rückstand von vielen Jahren innerhalb kurzer Zeit aufzuholen, erscheint deshalb eher schwierig. Außerdem stellt sich die Frage, wie das Schulgeld finanziert worden wäre, ob die Familie es sich wirklich leisten konnte. Mit 14 wurden die Mädchen damals eher zum Haushalten aus der Schule genommen.
Auch ihre Arbeitsmöglichkeiten in Camden würde ich noch etwas an Camden anpassen. Vor Ort gibt es nur wenige Betriebe für "Küchen" – hauptsächlich das Hotel und den Saloon. Heilkräuter dagegen könnte sie sehr gut sammeln und an den Arzt verkaufen, der daraus Salben und Tinkturen herstellt oder in Kontakt mit Kianga treten, die Wundermittel verkauf. Das wäre aus meiner Sicht ein schöner und glaubwürdiger Standfuß für den Charakter und passt in unser Setting. Denn eine klassische Heilerin brauchen wir im Setting dagegen kaum, da diese Aufgaben bereits vom Arzt übernommen werden. Sind ja in der Modernen angekommen.
So, das wars aber auch schon. Beim Rest gibts keinerlei Kritik und Einwände.
LG
mel